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Anwendungen

 

Was ist weißes Wasser?

Das Wasser kommt immer wieder weiß-trüb aus der Wasserleitung. Es klärt sich dann nach einiger Zeit. Was ist die Ursache für diese Trübung und ist diese Trübung bedenklich?

Hier handelt es sich um eine sogenannte "Lufttrübung". Die Bestandteile der Luft (Sauerstoff und Stickstoff) liegen in Wasser gelöst vor. Der gelöste Sauerstoff ist für Fische lebensnotwendig. 

Die "Löslichkeit" hängt von der Wassertemperatur und vom Luftdruck über der Wasserschicht ab. Bei 6°C - mit dieser Temperatur kommt das Bodenseewasser in Stuttgart an - sind 25 ml Luft in 1 Liter Wasser löslich, bei 25°C sind es nur noch 17 ml und bei 60°C sogar nur noch 12 ml.

In der Wasserleitung hat das Wasser einen hohen Druck. Bei einem Überdruck von 4 bar wäre die Löslichkeit für Luft viermal so hoch wie im entspannten Wasser. In der Leitung liegt aber keine 2zusätzliche" Luft vor. In der Hausinstallation wird das Wasser oft erwärmt. Liegen Kalt- und Warmwasserleitungen nahe zusammen, dann hat schon das Kaltwasser eine deutlich erhöhte Temperatur und damit eine niedrigere Löslichkeit für Luft. Bei der Entnahme von Trinkwasser aus dem Wasserhahn wird diese plötzlich entspannt. Wenn das Wasser luftübersättigt ist (z.B. bei 25°C mit einem Überschuss von etwa 8 ml Luft/Liter), dann kann es zur spontanen Bildung von feinsten Luftbläschen im Wasser kommen. Millionen solcher Bläschen im Wasser mit einem Durchmesser von nur 0,02 bis 0,05 mm machen das Wasser weiß und trüb. Es entsteht eine "Luft-in-Wasser-Emulsion". Millionen dieser Bläschen ergeben erst einen Bruchteil eines Milliliter.

Die kleinen Bläschen steigen nur sehr langsam auf. Allmählich vereinigen sie sich zu größeren Blasen, und in spätestens einigen Minuten ist die Luft nach oben ausgetreten, und das Wasser ist wieder völlig klar.

Die Luftübersättigung hängt also mit der Erwärmung des Wassers in der Leitung zusammen. Die "Lufttrübung" ist harmlos und hygienisch völlig unbedenklich.

[Literatur: Dr. Günter Axt, Gasübersättigung im Wasser, vom Wasser Band 37, Seite 66-72]